Über uns

 

 

Das Beratungssystem ELECOK besteht aus einem Verbund von zur Zeit zehn ELECOK – Beratungsstellen, die an bayerischen Förderzentren für körperbehinderte Schülerinnen und Schüler eingerichtet sind. Die Leistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sofern sie über den Kultusetat finanziert werden, stehen Kindern im vorschulischen und schulischen Alter zur Verfügung.

 

Neben inhaltlichen Kriterien ist es ein wesentliches Merkmal der ELECOK-Beratungsstellen, dass sie völlig firmenunabhängig und ohne jegliches Verkaufsinteresse arbeiten. Im Vordergrund steht ausschließlich eine Beratung zur angemessenen und nachhaltigen Versorgung mit Kommunikationshilfen für Personen, die in diesem Bereich besonderen Förderbedarf haben.

Kommunikationsbegriff

ELECOK legt seiner Beratungstätigkeit einen sehr weit gefassten Kommunikationsbegriff zugrunde, der aus praktischen Erfahrungen in der Kommunikationsförderung seit 1985 resultiert und ein sehr umfassendes Beratungsangebot bedingt.

Historie

 

Die Bezeichnung ELECOK ist historisch begründet und wird, da mittlerweile bundesweit anerkannt, als Systembezeichnung auch zukünftig weitergeführt. ELECOK bedeutete ursprünglich "Elektronische Hilfen und Computer für körperbehinderte Schüler" – mit dem Schwerpunkt auf elektronische Hilfen. Wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Alltagserfahrungen  bedingen jedoch eine besondere Berücksichtigung nichttechnischer Hilfsmittel, insbesondere auch körpereigener Kommunikationsformen. ELECOK heute kommt dieser Entwicklung in seinem Beratungsangebot mit qualifizierten Beraterinnen und Beratern nach, insbesondere auch durch die Kooperation mit Pädagoginnen und Pädagogen aus dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.

 

Aus diesem Grunde arbeiten die ELECOK-Beratungsstellen seit 2008 im Verbund der Fortbildungsinitiative „Tandem-UK“ mit und bilden seit 2009 die Landesarbeitsgemeinschaft Bayern in der „Bundesarbeitsgemeinschaft der Beratungsstellen für Kommunikationshilfen BAG BKOM e.V.“

 

 

Einbindung in den Mobilen Sonderpädagogischen Dienst

Als Alternative zu eher zentral ausgerichteten Kompetenzzentren für Unterstützte Kommunikation sind die einzelnen ELECOK-Beratungsstellen zu einem dezentral organisierten flächendeckenden, schulartübergreifenden Beratungssystem zusammengeschlossen (MSD-ELECOK) und stellen einen wichtigen Baustein des Beratungsnetzwerkes des Bayerischen Schulsystems dar. Sie sind Teil des Mobilen Sonderpädagogischen Dienstes und der Mobilen Hilfe für Körperbehinderte. Sie kooperieren mit weiteren schulischen sowie außerschulischen Beratungs- und Hilfsdiensten auf regionaler und überregionaler Ebene. Den Beratungsstellen ist ein Arbeitskreis bestehend aus den Leiterinnen und Leitern der Beratungsstellen zugeordnet (im wesentlichen Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen der Fachrichtung Körperbehinderung). Die Arbeitskreisleitung (Hr. Hornicek) liegt derzeit bei der Schule für Kranke Rummelsberg in enger Zusammenarbeit mit der ELECOK-Beratungsstelle des Förderzentrums für Körperbehinderte im Wichernhaus Altdorf.

 

Aufgaben der ELECOK-Beratungsstellen

Die ELECOK-Beratungsstellen haben als Kompetenzzentren die Aufgabe, behinderte Kinder und Jugendliche sowie deren betreuende Personen über Möglichkeiten (und auch Grenzen!) entsprechender technischer und nichttechnischer Hilfen zu beraten, Fördermaßnahmen zu initiieren und zu begleiten. Ziel der Fördermaßnahmen ist eine Verbesserung der Lebensqualität durch größtmögliche Selbstständigkeit und ein Gewinn an Kontrollkompetenz der eigenen Lebenswelt. Die Verringerung der Abhängigkeit von Fremdhilfe, die Förderung der sozialen Integration, die Verbesserung der Lernmöglichkeiten sowie die Vorbereitung auf eine Integration in die Arbeitswelt bzw. das Ermöglichen angemessener Beschäftigung und Tagesstruktur stehen dabei im Vordergrund. (mehr...)

 

Aufgaben des Arbeitskreises ELECOK

Neben der Beratungstätigkeit vor Ort (an der eigenen Schule, an anderen Förderschulen, an Regelschulen) kommen den Beratungsstellen zum Wissens- und Erfahrungsaustausch, sowie zur permanent erforderlichen Weiterentwicklung im Verbund weitere Aufgaben zu. (mehr...)

 

Mitwirken in der Fortbildungsinitiative Tandem UK Bayern

Jede ELECOK-Beratungsstelle bildet mit Vertreterinnen und Vertretern aus Schulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung ein Tandem UK (TUK) um flächendeckend an allen bayerischen Schulen mit den Förderschwerpunkten geistige sowie körperlich und motorische Entwicklung UK in den Unterrichtsalltag zu implementieren. Bei Bedarf werden auch Schulen für Kranke mit einbezogen. (mehr...)

 

Auswirkungen auf das Schulsystem

Die ELECOK-Beratungsstellen leisten einen Beitrag zur integrativen Beschulung, indem sie in Verbindung mit Mobilen Sonderpädagogischen Diensten Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und Lehrkräfte an der allgemeinen Schule und an Förderschulen beraten, sowie den Einsatz geeigneter Hilfsmittel und die nötigen Fördermaßnahmen aufzeigen.(mehr...)

 

Ressourcen

Die ELECOK-Beratungsstellen verfügen über einen eigenen Etat aus Kultusmitteln. Diese finanzielle Grundlage wird im Allgemeinen durch Mittel des privaten Trägers bzw. durch Spenden ergänzt, um aufgrund der rasanten technischen Entwicklung eine ständige Anpassung der Material- und Geräteausstattung zur qualifizierten und zeitgemäßen Erfüllung der Beratungs- und Erprobungsaufgaben zu ermöglichen. Die Personalzuweisung erfolgt über Stunden aus dem Mobilen Sonderpädagogischen Dienst in Ergänzung durch eine unterschiedliche Anzahl von Förderstunden je nach Gewichtung der Bedeutung von UK an der entsprechenden Schule.

Qualifizierte Beratungstätigkeit ist nur interdisziplinär im Team möglich und benötigt aus diesem Grund zusätzliche personelle Ressourcen aus den unterschiedlichen Fachbereichen (Sonderpädagogen, Ergo-, Logo-, Physiotherapeuten, technisches Personal). Je nach personellen Voraussetzungen unterscheiden sich die Beratungsleistungen der einzelnen Beratungsstellen nach Anzahl und Umfang. Im Einzelfall muss deshalb die Beratung unter Umständen auf die eigene Einrichtung beschränkt werden.

 

Ausblick

Zielsetzung des Beratungssystems ELECOK ist die Verbreitung des Wissens um die Chancen des Einsatzes von Kommunikationshilfen vielfältigster Art und ihre angemessene Integration in den schulischen und häuslichen Alltag. Über entsprechende Fortbildungen der Beratungsstellenmitarbeiter/innen als Multiplikatoren werden Kompetenzen vor Ort erhöht und zukünftiger Beratungsbedarf auf ein zunehmend höheres Niveau gehoben. Mit hoher Fachlichkeit, die noch zu definierenden Qualitätskriterien genügen muss, werden motorische und kognitive Voraussetzungen seitens der Nutzer/innen erkannt und dienen als Grundlage einer angemessenen Versorgung, die frei von Verkaufsinteressen und ausschließlich an der Bedürfnislage orientiert ist. Durch die Vorgaben anlässlich der Verabschiedung des neuen bayerischen Gesetzes für Erziehung und Unterricht konnte auch die Lücke in der Beratung der Kinder im vorschulischen Alter geschlossen werden.

Zunehmende Gewichtung erfährt die Beratung für inkludiert beschulte Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf im Bereich UK.

Ein erhebliches Defizit besteht (nicht nur) in Bayern im Angebot einer von Verkaufsinteressen unabhängigen Beratung für Erwachsene. Es bleibt zu hoffen, dass das im Schulbereich vorhandene Knowhow und Beratungsnetzwerk bezüglich Kommunikationshilfen auch auf den Erwachsenenbereich ausgedehnt werden kann. Denkbare Lösung wäre ein Ausbau der vorhandenen Beratungsstellen mit zusätzlichem Personal für den Erwachsenenbereich (wie es beispielsweise bereits in der Interaktiv-Beratungsstelle für Kommunikation und Assistenztechnologie in Königsbrunn praktiziert wird), da die Problemstellungen in hohem Maße Übereinstimmungen aufweisen.

Copyright © 2017 elecok.de. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.